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Silbermond wehrt sich gegen Kritik an Konzertberichterstattung

»Wir haben nie und werden auch nie irgendwas konfiszieren.«



Jens O. Brelle
09.08.2010

Eine aktuelle Pressemitteilung des Deutschen Journalisten Verbands (DJV) und eine Meldung der Fotografenorganisation FreeLens rückt die Bedingungen der Bildberichterstattung bei "Silbermond"-Konzerten ins Zwielicht. Angeblich sei nach Akkreditierungsbestimmungen des Managements nach drei Liedern Schluss mit Fotografieren - wer länger bleiben wolle, müsse seine Kameraausrüstung abgeben, so berichtet der Deutsche Journalisten Verband (DJV). Der DJV kritisiert die - angebliche - Kamera-Konfiszierung und rät den Journalisten, auf eine Berichterstattung zu verzichten, sollte das Management von dieser Praxis nicht abrücken.

 

Jetzt steht jedoch genau diese Pressemitteilung des DJV im Fokus der Kritik. Einige Fotografen halten diese für "absoluten Kappes". So sei ist durchaus üblich, dass man grundsätzlich (nur) die ersten drei Songs eines Konzertes fotografieren dürfe. Meist sei auch das Verlassen und der Wiedereintritt in den Veranstaltungssaal gestattet.

 

Peter Wafzig von Konzertfoto-faq.de schreibt: "Das ist natürlich blanker Unsinn. Tatsache ist, dass irgendwer beim DJV die Pressestelle scheu gemacht hat. Die sah sich zu einer eiligen Pressemitteilung veranlasst und hat leider vergessen, mal jemand im zuständigen Fachausschuss zu befragen. Dort sitzen nämlich auch Konzertfotografen, die das schnell hätten aufklären können."

 

Das Management von Silbermond hält die Pressemeldung des DJV ebenfalls für "grundlegend falsch": "Wir haben nie und werden auch nie irgendwas konfiszieren.", so Ulf Wenderlich, der Manager der Band. So gebe es gar keine generellen Akkreditierungsbestimmungen oder Fotografenverträge. Die Band pflege einen guten und im Branchenvergleich sehr lockeren Umgang mit der Presse. Drei Songs würden 95% der Fotografen für ihre redaktionelle Berichterstattung genügen, da sie aus Redaktionsschlussgründen meistens auch schnell weg müssen. Auf Anfrage Einzelner gewähre die Band aber auch mehr, Fotografen würden teilweise auf die Bühne geführt, um einen "Schuss" mit Publikum zu bekommen. Kamerateams bekämen meist die "Hits" im hinteren Teil des Konzertes. "Wie gesagt im Branchenvergleich sehr sehr locker", so der Manager, und abschließend: "Dass wir Fotografen, die nach getaner Arbeit noch das Konzert sehen wollen, angeboten haben, die Kameras sicher verwahren zu lassen damit sie diese nicht ins Auto schaffen müssen, war nur gut gemeint und wurde von vielen Journalisten dankend angenommen, gerade von denen die auch schreiben. Somit konnten sie das Konzert nahtlos erleben. Dies fällt dann in Zukunft leider weg, da diese Handlung vom DJV als Konfiszierung angesehen wird."

 

Der Pressesprecher des DJV, Hendrik Zörner, dazu: "Die Silbermond-Praxis ist mir telefonisch und per Mail vom Manager der Band so bestätigt worden. Entweder die Fotografen geben ihre Ausrüstung ab, oder sie verlassen das Konzert nach dem dritten Stück. Auch wir haben Kritik für unsere Position geerntet. Einige Fotografen haben moniert, dass diese Praxis üblich sei. Das bestreiten wir auch nicht, akzeptieren sie aber dennoch nicht."



 
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