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Strafbarkeit von Reverse Graffiti?

Wenn Saubermachen strafbar ist.



Jens O. Brelle
23.06.2014

Großstädte sind laut und schmutzig. Auch Köln bleibt vom Dreck der Industrie und seiner Bewohner nicht verschont und so sieht die Stadt an manchen Ecken grau und schmuddelig aus. Wohl dem der das Saubermachen für sich entdeckt hat. Doch das ist in Köln jetzt auch strafbar. Die Street Art-Künstler haben eine neue Form der Street-Art für sich entdeckt, das Reverse Graffiti. Dabei wird nicht Farbe auf Hauswände aufgebracht, sondern der Dreck wird mit Putzmitteln oder Hochdruckreinigern so von der Wand entfernt, dass ein Kunstwerk entsteht. Doch die Stadt Köln ist von dieser Art des Saubermachens nicht begeistert und hat angekündigt, jeden aufgespürten Fall von Reverse Graffiti anzuzeigen. Die Stadt begründet diese Vorgehensweise damit, dass ihr durch die Teilsäuberung weitere Kosten entstünden, da man anschließend die komplette Wand vom Dreck befreien müsste.

 

Rechtsanwalt Jens Fenner hat sich deshalb mit der Strafbarkeit von Reverse Graffiti beschäftigt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es gute Gründe gibt, die gegen eine Strafbarkeit sprechen, so sieht er zum Beispiel den Tatbestand der dauerhaften Veränderung, wie in § 303 Abs. 2 StGB vorgesehen, als nicht erfüllt an. Ob das die Gerichte jedoch auch so sehen, muss wohl abgewartet werden. Wer unter einem Drang zum Putzen "leidet" und keine Lust hat, sich damit strafbar zu machen, sollte daher vielleicht lieber einen großen Bogen um Köln machen.



 
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