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Kameramann von Das Boot siegt im Streit gegen WDR

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Jens O. Brelle
01.11.2016

Jost Vacano, Kameramann bei Wolfgang Petersens Filmklassiker „Das Boot" (1981), hat die Produktionsgesellschaft Bavaria Film, den WDR und den Videoverwerter Eurovideo auf Zahlung zusätzlicher Vergütung für seine Mitwirkung an dem Film verklagt.

 

In einem jahrelangen Rechtsstreit hat Vacano zunächst im Wege der bis zum BGH durchgefochtenen Stufenklage sein Verlangen auf Auskunft und Rechnungslegung „über den Umfang sämtlicher bildlicher Verwertungshandlungen" des Films durchgesetzt. Der Filmerfolg übertraf alle Erwartungen und der Film wird selbst über 30 Jahre nach Erscheinen noch umfangreich ausgewertet. In den USA gilt „Das Boot" bis heute als erfolgreichster deutschsprachiger Film und rangiert noch vor dem Oscar-prämierten Werk „Das Leben der Anderen".

 

Im aktuellen Rechtsstreit geht es nach erteilter Auskunft um das Bestehen und die Höhe des Nachvergütungsanspruchs. Ursprünglich hatte Vacano 204.000 DM (umgerechnet ca. 104.300 Euro) als vereinbarte Vergütung erhalten. Dem standen für die Zeit von 2002 (Schaffung des Nachvergütungsanspruchs) bis Ende 2014 Einnahmen der Bavaria Film i.H.v. 8,3 Mio. Euro und der Eurovideo i.H.v. 9,5 Mio. Euro gegenüber. Im Programm der ARD wurde der Film zwischen 2002 und 2011 über fünfzig mal ausgestrahlt.

 

Das Landgericht München sprach dem Kamermann nun mit Urteil vom 02.06.2016 für die Auswertung des Films bis 2014/2015 eine nachträgliche Vergütung von rund 475.000 Euro zu (Bavaria Film 204.834 Euro, WDR 89.325 Euro und Eurovideo 180.401 Euro). Außerdem müssen alle drei Verwerter zukünftig 2,25 Prozent ihrer Nettoeinnahmen aus der Verwertung des Films an Vacano abführen, der WDR muss zusätzlich für jede Wiederholung zahlen.



 
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