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BGH hebt Zwangsabstieg des SV Wilhelmshaven auf

Fußball in der Jadestadt!



Jens O. Brelle
03.10.2016

Am 20. September 2016 entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass der Zwangsabstieg des SV Wilhelmshaven aufgrund fehlender Regelungen in der Vereinssatzung des Norddeutschen Fußball-Verband nicht gerechtfertigt war. Der Verein bemüht sich nunmehr um die Wiedereingliederung in die Regionalliga und eine Entschädigung.

 

Der BGH erklärte den 2012 von der FIFA verhängten Regionalliga-Abstieg der Niedersachsen für unwirksam. Die Satzung des Norddeutschen Fußball-Verbands (NFV), der den Abstieg vollstreckt hatte, biete dafür keine ausreichende Grundlage, hieß es im BGH-Urteil. Die höchste Instanz folgte damit dem Oberlandesgericht Bremen, das im Dezember 2014 die Rückversetzung des Vereins in die Oberliga für unwirksam erklärt hatte. Gegen dieses Urteil legte der NFV Revision ein und verlor nun. Der SVW, der inzwischen nur noch in der Bezirksliga Weser-Ems spielt, will jetzt die Wiedereingliederung in die Regionalliga und Entschädigung für den finanziellen Schaden. 

 

Das Urteil des BGH kann weitreichende Folgen haben: Zum einen eröffnet es Vereinen die Möglichkeit, vor ordentlichen Gerichten gegen Entscheidungen der Sportgerichte vorzugehen. Zusammen mit dem ähnlich gelagerten Fall von Claudia Pechstein würde dies die Sportgerichtsbarkeit revolutionieren.

 

Und auch die Ausbildungsentschädigungen der Fifa stehen in ihrer derzeitigen Form vor dem Aus. Um weitere Klagen zu verhindern, müsste der Weltverband das System komplett reformieren. Wilhelmshaven könnte damit zu einem zweiten Fall Bosman werden.



 
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