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Urteil im Fall Technoviking

Ausgetanzt?!



Jens O. Brelle
01.07.2013

Ein Phänomen tanzt sich durchs Internet, so könnte man die Entstehungsgeschichte des sogenannten „Technoviking“ in Kurzform zusammenfassen. Doch hinter der Geschichte steht nun auch ein langer Rechtsstreit. Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein bei YouTube hochgeladenes Video eines Mannes, der bei der Fuckparade 2000 in Berlin mit nacktem Oberkörper auf der Straße tanzt. Er trägt Shorts und Springerstiefel und erinnert optisch an einen Wikinger. Gefilmt wurde das Video von Matthias Fritsch, der mit dem vierminütigen Video schließlich ein Internetphänomen hervorbringt. Den "Technoviking" gibt es wenig später auf Tassen, T-Shirts und in Computerspielen. Fritsch verdient schon allein mit den Werbeeinnahmen durch YouTube nicht wenig Geld mit dem Technoviking. Sogar ein "Technoviking-Archiv" stellt Fritsch zusammen, stellt es mehrfach aus und zeigt es im Internet. 2009 meldet sich dann der Technoviking höchst persönlich über einen Anwalt. Zuvor war Fritsch vergeblich selbst auf der Suche nach dem Mann, der einen Hype im Internet ausgelöst hatte. Der Anwalt fordert eine Unterlassungserklärung, der Fritsch insofern nachkommt, als das er das Original-Video überblendet und die Merchandise-Artikel mit dem Konterfei des Technoviking aus dem Shop entfernt.

 

Comic-Adaptionen, die von Dritten angefertigt wurden, entfernt er jedoch nicht.Der Technoviking fordert schließlich Lizenzeinahmen und eine komplette Unterlassung. Den Fall hat nun das Landgericht Berlin entscheiden müssen. Dort kamen die Richter zu dem Urteil, dass der Tänzer einen berechtigten Anspruch auf Unterlassung hat, dazu gehören das Veröffentlichen des Videos sowie der Verkauf von Merchandise-Artikeln. die Richter begründen ihre Entscheidung damit, dass der Tänzer in die Veröffentlichung und Verbreitung nicht explizit eingewilligt habe. Zwar nickt der Tänzer in dem Video kurz und nimmt die Aufzeichnung auch wahr, dies sei jedoch nicht als konkludente Billigung zur Aufzeichnung zu sehen. Das Gericht verurteilte Fritsch unter anderem zur Zahlung von rund 10.000 Euro Lizenzgebühren. Einen Schadensersatzanspruch lehnte das Gericht jedoch ab.



 
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