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Prozess um Altar-Liegestütze geht weiter

Alles nur Fiktion?



Jens O. Brelle
11.07.2017

Im Streit um das Kunstprojekt des Videokünstlers Alexander Karle und den berühmten Liegestützen auf dem Altar hob das Landgericht Saarbrücken am 10.07.2017 die Verurteilung des Künstlers durch das Amtsgericht wieder auf.

 

Das Landgericht sah keine Störung der Religionsausübung, sondern eher die Ausübung der künstlerischen Tätigkeit und nicht "beschimpfenden Unfug". Allerdings habe sich der Angeklagte des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht, als er über eine Kordel in den Altarraum stieg. Dies sei auch nicht durch die Kunstfreiheit gedeckt, weshalb das Gericht eine Verwarnung aussprach und die Auflage, 500,- Euro an eine Caritas-Jugendeinrichtung zu zahlen.

 

Nachdem der Künstler zuvor noch mit der Meldung überrascht hatte, dass es sich bei seinem Film "Pressure to Perform" ("Leistungsdruck") tatsächlich nur um eine Videomontage gehandelt habe, blieb er vor Gericht bei seinem Geständnis des ersten Prozesses: "Ich wollte nur zeigen, wie widersprüchlich das Thema ist, was fiktiv oder real ist", begründete er auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

 

Nach Angaben der Sprecherin des Landgerichts in Saarbrücken legten sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft nunmehr gegen das Urteil des Landgerichts Revision ein.



 
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