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Fotokünstler André Wagner (Berlin) versus Simon Norfolk

Urheberrechtliches Informationsschreiben des Fotokünstlers André Wagner (Berlin)

 

Sony World Photography Awards 

Simon Norfolk 

Kategorie „Landscape" (Professional Competition) 



Jens O. Brelle
29.04.2015

Der Fotokünstler André Wagner (Berlin) hat uns mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Die entsprechende Bevollmächtigung wird anwaltlich versichert.

 

Aus Anlass der aktuellen Berichterstattung zu den Sony World Photography Awards (Simon Norfolk  «When I Am Laid In Earth») weisen wir auf Folgendes hin:

 

Am Donnerstag, den 23. April 2015, wurden in London die Gewinner der achten Sony World Photography Awards geehrt. Unter anderem ausgezeichnet wurde Simon Norfolk in der Kategorie „Landscape“ (Professional Competition) und zwar mit der Arbeit «When I Am Laid In Earth». Mit einer künstlich gelegten Feuerspur versucht Simon Norfolk den Lewis-Gletscher auf dem Mount Kenia im Jahre 1963 zu zeigen, womit er insbesondere auf die durch Menschen hervorgerufene Gletscherschmelze hinweisen wolle. Über die Arbeit  berichtete die New Times im Oktober 2014.

 

Der Fotokünstler  André Wagner arbeitet bereits seit 2002 an der Bildstrecke "Romance of Elements". Sein Markenzeichen  ist dabei die Benutzung des Feuers in der Landschaft und die Langzeitbelichtung. Diese Serie wurde und wird seit 2003 weltweit in diversen Ausstellungen gezeigt. Im Jahre 2008 erschien seine Serie auch als Buch "Authentic Nature" im Schaden Verlag, 2010 als Buch "Twillight Views" bei Darling Publication. Auch zum Kaunas Photofestival 2007 erhielt er für die Serie den „1st Prize for photography about Kaunas“. Im Jahre 2011 wurden seine Arbeiten das erste mal in einer amerikanischen Galerie gezeigt.

 

http://www.andre-wagner.com/text/the-emotional-landscape-carrie-haddad-photographs

 

Bei dem Bild „Torchlight“ ging  André Wagner den Spuren eines ausgetrockneten Flusslaufes mit Feuer  entlang , um auf die Austrocknung der Flüsse durch die Energie des Feuers (globale Erwärmung) hinzuweisen. 2013 ist eine weitere Publikation im Distanz Verlag erschienen, seine erste Monografie „Visions of Time“. Im Jahre 2014 wurde eine Arbeit auf der Affordable Artfair in New York von der Galerie Hamburg Kennedy gezeigt und im September 2014 Arbeiten von der New Yorker Bildagentur Gallery Stock veröffentlicht. Die Benutzung des Feuers in der Landschaft dient André Wagner als zentrales Vehikel, roter Faden und damit einzigartiges Markenzeichen. Es entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Alleinstellungsmerkmal und wurde bis heute vielfach in der Öffentlichkeit gezeigt. 

 

Mehr Infos zur Serie "Romance of Elements“:

 

http://www.andre-wagner.com/texts/abouttext

 

http://www.andre-wagner.com/work/romance-of-elements/torchlight

 

http://www.distanz.de

 

Auch der WDR berichtete bereits über sein Feuer-Projekt „Romance of Elements“  von André Wagner:

 

https://www.youtube.com/watch?v=JaHqug4dkpE

 

Mit diesem urheberrechtlichem Informationsschreiben möchte der Fotokünstler André Wagner (Berlin) die Fachöffentlichkeit auf die Besonderheit und Problematik des Ideen- und Konzeptschutzes nach dem Urheberrecht hinweisen.

 

Nur beispielhaft ist die unendliche Geschichte der „Roten Couch“ des Fotokünstlers Horst Wackerbarth: Für sein Projekt „Die Rote Couch“ hat der der Fotograf seit 1979 Personen unterschiedlicher Herkunft auf oder mit einem roten Sofa in ungewöhnlicher Umgebung fotografiert. Das Bildkonzept der „Roten Couch“ im Laufe der Zeit insbesondere von Werbeagenturen immer wieder übernommen und variiert. Wackerbarth ging in der Vergangenheit mehrfach gerichtlich gegen die unerlaubte Aneignung seines Konzepts und das Nachstellen seiner Aufnahmen vor - mit wechselndem Erfolg.

 

Geschützt durch das Urheberrechtsgesetz sind konkret ausgeformte Werke, hier z.B. das künstlich gelegte Feuer, das sich durch die Landschaft hindurch zieht. Das Nachstellen einer Fotografie eines anderen kann nicht nur eine Urheberrechtsverletzung sein, sondern auf Grund des wettbewerbsrechtlichen Nachahmungsschutzes auch ein Wettbewerbsverstoß.

 

Auch der „England and Wales Patents County Court“ begründete im Jahre 2012 in einem Urteil eine Urheberrechtsverletzung wegen der übereinstimmenden wesentlichen Alleinstellungsmerkmale einer fotografischen Arbeit. In dem Fall wurden verschiedene „key combinations“ von Kontrast und Komposition im nachahmenden Bild kopiert. „I have not found this to be an easy question but I have decided that the defendants’ work does reproduce a substantial part of the claimant’s artistic work. In the end the issue turns on a qualitative assessment of the reproduced elements. The elements which have been reproduced are a substantial part of the claimant’s work because, despite the absence of some important compositional elements, they still include the key combination of what I have called the visual contrast features with the basic composition of the scene itself. It is that combination which makes Mr Fielder’s image visually interesting. It is not just another photograph of clichéd London icons.”

 

Dieses Schreiben dient ausschließlich der Information und stellt den urheberrechtliches Standpunkt des Fotografen André Wagner (Berlin) zur Auszeichnung der Arbeit «When I Am Laid In Earth» von Simon Norfolk bei den Sony World Photography Awards 2015 dar.

 

Ein persönliches Statement des Fotokünstlers André Wagner zu dem Fall:

 

"Seit 2002 arbeite ich an meiner Serie ‚Romance of Elements‘, in der ich Feuer als Kommunikationsmittel benutze. Ich halte auf den Bildern meine Performance mit dem Feuer in einer Langzeitbelichtung fest, um meine Emotionen und meine Gedanken in meiner Kunst bildlich auszudrücken. 

 

Dass nun ein so renommierter Fotograf wie Simon Norfolk eine ganz ähnliche Technik und geistliche Haltung benutzt und damit international Anerkennung erfährt, freut mich, weil es mir zeigt, dass es eine Nachfrage für diese Art von Kunst gibt und dass ich mit meiner Idee den Zeitgeist treffe, ihm sogar ein wenig voraus war. 

 

Ob das Austrocknen eines Flussbettes, wie in meiner Arbeit ‚torchlight‘ von 2006 oder das Schmelzen eines Gletschers wie in dem kürzlich bei den Sony World Photography Awards prämierten Bild von Norfolk, wir beide wollen mit unseren Werken auf die Zerstörung der Natur und die Auswirkungen menschlichen Handelns hinweisen, das in der Natur wie auf dem Bild seine Spuren hinterlässt.“ 

Hamburg/Berlin, 29.04.2015

 

Pressekontakt:

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   Jens O. Brelle

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   Fachanwalt für Urheber- & Medienrecht

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