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Jens Lehmann klagt gegen Tim Wiese

Lehmann in die Muppet-Show?



Jens O. Brelle
04.04.2011

Der Fall Jens Lehmann gegen Tim Wiese schlägt hohe Wellen: Der ehemalige National-Torhüter und jetzige Sky-Experte Jens Lehmann hat den Torhüter von Werder Bremen, Tim Wiese, auf Zahlung von 20.000 Euro verklagt. Jens Lehmann wirft Tim Wiese wegen einer Äußerung eine "schwerwiegende Verletzung seines Persönlichkeitsrechts" vor. 

 

Beim Champions-League Spiel Werder Bremen gegen Tottenham Hotspurs hatte Lehmann als TV-Experte eine Spielszene in Bezug auf Tim Wiese kritisch kommentiert. Wiese wurde nach dem Spiel mit dieser Aussage konfrontiert und äußerte daraufhin seine Meinung zu Jens Lehmann: "Der Lehmann soll in die Muppet-Show gehen. Der Mann gehört auf die Couch. Vielleicht wird ihm da geholfen. Einweisen, am besten in die Geschlossene.“

 

In Fällen schwerer Persönlichkeitsrechtsverletzungen kann eine Geldentschädigung (auch fälschlicherweise sog. "Schmerzensgeld") verlangt werden. Voraussetzung ist jedoch die besondere Bedeutung und Tragweite der Verletzung, wobei die Gerichte sowohl Anlass und Beweggrund der Äußerung, als auch den Grad des Verschuldens berücksichtigen.

 

Im vorliegenden Fall eines sportlichen "Schlagabtausches" müssen ironische Überspitzung aber wohl geduldet werden. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass Lehmann in seiner Eigenschaft als Torwart selbst kräftig ausgeteilt hat, und das nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch verbal, z.B. über den vielleicht künftigen Dortmunder Meistertrainer Jürgen Klopp: "Klopp? Naja, er ist bekannt für gute Sprüche. Damit hat er ja auch als TV-Experte ein Großteil seines Einkommens bestritten. Vielleicht liegen da seine wahren Stärken..."

 

Selbst wenn man die Aussage wörtlich und damit als möglicherweise persönlichkeitsverletzend werten würde, sind die Erfolgsaussichten für Lehmann eher gering. Denn eine Geldentschädigung kann nur dann verlangt werden, wenn anderweitige Ausgleichsmöglichkeiten fehlen. Hier wäre ein Widerruf oder eine Berichtigung durch Tim Wiese möglich.

 

Lehmann rechtfertigt dagegen seine Klage: "Ich kann es nicht hinnehmen, als geistesgestört hingestellt zu werden." Die Aussagen von Tim Wiese sind jedoch wohl eher etwas mehrdeutiger zu verstehen.



 
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