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Kachelmann siegt im Prozess um Paparazzo-Foto

Abgeschossen.



Jens O. Brelle
21.11.2011

Jörg Kachelmann hat zurück geschlagen und sich im Streit um die Veröffentlichung eines Fotos eines Journalisten auf Twitter durchgesetzt. Kachelmann hatte den Journalisten im Auto sitzend und Zeitung lesend vor seiner Haustür fotografiert und das Foto mit dem Kommentar "Der tapfere Wochenend Paparazzo Völkerling (BILD) bevorzugt seriöse Presse, wenn man nen Tag auf den Promi wartet" auf Twitter veröffentlicht. Der Journalist habe ihm tagelang aufgelauert und seien Wagen 200 Meter von Kachelmanns Wohnung geparkt, so dass er stets Sichtkontakt hatte, außerdem soll er Nachbarn und Anwohner ausgefragt haben. Der Journalist fühlte sich durch die Veröffentlichung des Fotos in seinem Recht am eigenen Bild verletzt und verlangte Unterlassung. Mit dieser Forderung ist er nun aber beim Landgericht Köln abgeblitzt.

 

Das Gericht sah in dem Foto ein zeitgeschichtliches Dokument. Die Berichterstattung über Kachelmann sei grundsätzlich von gesellschaftlicher Relevanz und von öffentlichem Interesse, so dass das Foto des Journalisten und die zeitnahe Veröffentlichung lediglich ein Dokument der Arbeitsweise des Journalisten sei. Zu dem sei es geeignet einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung über die Umstände von Medienberichterstattung zu erbringen. Der unter anderem für die BILD tätige Journalist sei vielfach an der persönlichkeitsrechtsverletzenden Berichterstattung beteiligt gewesen, so dass er sich nicht zu Unrecht als Sündenbock hingestellt sehen darf. Ob bei dem ein oder anderen Paparazzi durch dieses Urteil nun ein Umdenken in der Berichterstattung über Prominente einsetzen wird, muss wohl abgewartet werden.



 
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